• Katrin Korndörffer

Nimm deine Maske ab und zeig, wie wunderbar und voller Fehler du bist



In den ersten ca. 20 Jahren unseres Lebens bauen wir unsere Masken auf. Wir werden so lange gelobt, bestraft und gut erzogen, bis wir die Erwartungen und Vorstellungen unserer Eltern, Lehrer oder Erziehungsberechtigten erfüllen. Manche Charakterzüge haben wir schon im Alter von drei oder vier Jahren verdrängt. In der Jugend sind wir dann auf der Suche nach unserer Identität. Wir überlegen uns, zu welcher Gruppe wir gehören wollen: zu den Punks, den Hippies, Gruftis, den Linken oder Rechten, den Gutbürgerlichen, Coolen oder Ausgeflippten. Zu den Freaks oder doch lieber den erfolgreichen Studenten. Je nachdem, welches ideale Selbstbild wir für uns aussuchen, verleugnen wir Facetten unseres Selbst, die nicht in dieses Bild passen und wählen entsprechende Masken. Alle Seiten, die uns aberzogen worden sind, die der Dressur zum Opfer gefallen sind, verbergen wir hinter unserer sozial verträglichen Maske. Diese werden dann zu unseren Schattenanteilen.Der Schmerz unserer Spaltung zwingt uns dazu, sie zu verdrängen.


Die äußere Schale, die Maske ist das Ich, das zur Welt gedreht ist. Es versteckt die Charakterzüge, aus denen unser Schatten besteht. Unser Schatten ist so gut verkleidet, dass wir der Welt oft ein Gesicht zeigen, welches das genaue Gegenteil von dem ist, was wir wirklich fühlen. Diese extreme Verleugnung unseres wahren Selbst führt zu einer innerlichen leere. Unsere Schatten dürfen nicht sein und wollen doch so sehr gelebt werden. Ohne sie können wir nie wirklich erkennen, wer wir eigentlich sind. Was uns aus macht und wo unsere Stärken liegen. Wir haben uns über viele Jahre dies selber verboten und wissen selber nicht mehr wer wir eigentlich sind.

Meine Maske war immer freundlich, fröhlich, unkompliziert und wissend. Ich hatte zu allem eine Antwort. Wenn ein Mensch den Raum betreten hat, konnte ich anhand seiner Aura erspüren, welche Bedürfnisse hier befriedigt werden wollten. Wie ferngesteuert habe ich mich diesem Menschen angenommen. Ich wollte ja geliebt, anerkannt und respektiert werden. Erwartungen sollten unausgesprochen erfüllt werden. Sie sollten froh sein mich getroffen zu haben. Egal wie es mir hinter meiner Maske ging. Ich habe es über viele Jahre geschafft vor meinen Partnern meine Legasthenie geheim zu halten. Ich wollte nicht für dumm gehalten werden. Sie sollten nicht schlecht über mich denken. Das Trauma meiner Schulzeit sollte nicht wiederholt werden. Sie sollten die perfekte Frau an ihrer Seite haben. Könnt ihr euch vorstellen, wie anstrengend so etwas ist? In mir brodelte es. Meine Energie wurde immer weniger. Ich wurde immer weniger und immer angepasster, ich hinterließ immer weniger Fingerabdrücke. Wusste immer weniger, wer ich eigentlich bin, was ich mochte, wofür ich brenne und was der Sinn meines Lebens war.


Erst wenn wir unsere Masken abnehmen, erkennen wir welche Gefühle und Stärken sich dahinter verbergen. Die Masken fallen zu lassen-nicht nur vor den anderen, sondern vor dem eigenen Spiegelbild braucht Mut. In dem meisten Fällen braucht es so viel Mut, dass wir nicht freiwillig dahinter schauen, im Gegenteil. Wir tun alles, um das Verborgene nicht fühlen zu müssen. Wenn wir es überhaupt selber erkennen. Sie ist ja ein Teil von uns geworden und hat viele Gesichter. Nicht selten brauchen wir eine Krise oder eine Krankheit um hinzusehen. Verzweiflung muss aufkommen. Wenn alles Gut ist, wird nichts verändert. Ganz nach einer Zeile von Andreas Bourani..der Mensch lernt nur, wenn er Scheisse frisst.


Aber woran erkennen wir denn nun unsere Masken? Es gibt nämlich die Art von Masken, derer wir uns irgendwie schon bewusst sind aber eben eine schicke Art sich zu präsentieren und es gibt die Art von Masken, derer wir uns überhaupt nicht bewusst sind. Die sich immer mitbewegen, wenn wir nach ihnen suchen. Wir schaffen es, indem wir unsere Reaktionen auf unsere Umwelt beobachten. Sie ist der beste Spiegel, die Lösung. Du wirst reflektiert -versprochen. Du brauchst nur hinsehen. Immer indem wie du überhaupt nicht sein möchtest oder wie du unbedingt sein möchtest. Das ist ein Naturgesetz.

Frauen die hart daran arbeiten, sich zu verschließen und ihr wahres Ich hinter einer Maske verstecken, haben keine Geduld mit anderen, die irgendwelche Unvollkommenheiten an den Tag legen. Dann tendieren sie dazu, intolerant zu werden und andere streng zu beurteilen. Sie müssen so tun, als seien sie mehr oder weniger als irgendjemand anderes. Die passende Energie zu ihrem geschriebenen oder gesprochenen Wort fehlt jedoch. Wie sieht es mit deiner Energie aus? Ist sie kongruent zu deinen Worten? Denn nur wer seine Sonnen und seine Schattenseiten annimmt und lebt, hat diese Magie, diese Stärke. Nur wer durch dieses Tal gegangen ist, weiß wirklich wovon sie spricht und das verrät ihre Aura. Unser Unterbewusstsein schickt uns diese Impulse von: die ist echt und authentisch oder eher ein..nette Worte aber da fehlt was.


Fragen wie: Was an mir sollen andere Menschen nie erfahren oder wie sollen mich andere Menschen wahrnehmen sind wichtig, um Bewegung in dieses Thema zu bekommen. Was ist es was dich nicht echt werden lässt? Wo belügst du dich selber? Wärest gerne eine andere?


Warte nicht erst auf die nächste Krise. Sei mutig und nimm deine Masken ab. Lasse deine Schattenseiten hochkommen und nimm diese an. Kreiere die Frau, die du schon immer warst. Lass deine Einzigartigkeit zu und sei echt. Lasst und unsere Fehler feiern. Ob du jemals fertig damit wirst? Das weiß ich nicht. Ich bin es noch lange nicht.



Deine Katrin

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